Erlebe die Faszination des Fliegens über der Unstrut

Vereinsgeschichte

Vielseitiger Luftsport, starke Gemeinschaft und fast 100 Jahre Geschichte

Die Geschichte des LSV Laucha – Fast ein Jahrhundert Luftsporttradition

Die Geschichte des Luftsports in Laucha ist reich an Pioniergeist, Rückschlägen und beeindruckenden Neuanfängen. Vom ersten Gleitflug bis zum lebendigen Luftsportzentrum von heute spannt sich eine fast hundertjährige Entwicklung. Unsere Timeline zeigt, wie Laucha zu dem Flugplatz geworden ist, der er heute ist.

1923 - 1925

Anfänge des Segelflugs in der Saale-Unstrut-Region

Die Wurzeln des Segelflugs in unserer Region reichen bis in das Jahr 1923 zurück.
Der Naumburger Flugpionier Karl Heidecke wagte an der Windlücke bei Bad Kösen seine ersten Startversuche – ein Meilenstein für den aufkommenden Luftsport im Saale-Unstrut-Gebiet. Bereits im darauf folgenden Jahr nahm er mit einem selbst konstruierten Segelflugzeug am renommierten Rhönwettbewerb teil, einem der bedeutendsten Segelflugereignisse der frühen Luftfahrtgeschichte.

Kurz darauf präsentierte sich Heidecke erstmals öffentlich mit Starts in Weischütz. Seine Aktivitäten zogen weitere Flugbegeisterte an, die wenig später den idealen Hang zwischen Dorndorf und Gleina für sich entdeckten – ein mehrere Kilometer langer Steilhang in perfekter Lage zur Hauptwindrichtung.

1925 - 1939

Aufstieg Lauchas zu einer Hochburg des Segelflugs

Die hervorragenden Hangbedingungen, kombiniert mit dem Engagement der Bevölkerung, machten Laucha schon bald zu einem der wichtigsten Segelflugzentren Deutschlands.
Mit großer Leidenschaft, handwerklichem Geschick und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden schufen Piloten und Bürger gemeinsam die nötige Infrastruktur.

Ein besonderes Ereignis war der erste öffentliche Flugtag im Sommer 1932 – ein Publikumsmagnet und ein Symbol des lokalen Enthusiasmus. Zu diesem Anlass wurde auch die erste in Eigenleistung erbaute Flugzeughalle feierlich eingeweiht.

In den folgenden Jahren wuchs der Flugplatz weiter: Neue Gebäude entstanden, und schließlich wurde in Laucha sogar eine Reichssegelflugschule errichtet, in der angehende Piloten für die Luftwaffe ausgebildet wurden. Der Standort war inzwischen fest in der deutschen Segelfluglandschaft etabliert.

1945

Kriegsende und vollständige Zerstörung

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs traf der Flugplatz ein schweres Schicksal.
Hallen, Gebäude und über 100 Segelflugzeuge wurden durch Brandlegungen und Sprengungen zerstört. Nur das nahezu fertiggestellte neue Schulgebäude blieb wie durch ein Wunder erhalten. Dieses wurde später zeitweise als Krankenhaus genutzt und erinnert bis heute an diese bewegte Zeit.

1950 - 1976

Neuanfang und erneuter Aufschwung

Erst fünf Jahre nach Kriegsende kehrte der Segelflug nach Laucha zurück. Der Wiederbeginn war geprägt von Enthusiasmus, harter Arbeit und dem starken Zusammenhalt der Region. Die Flieger konnten in das erhaltene Schulgebäude einziehen, und es entstanden neue Hallen und Einrichtungen.

In dieser Phase wurden am Lauchaer Hang beachtliche Dauerflugrekorde erflogen. Gleichzeitig begann eine neue Ära der Pilotenausbildung, die zahlreiche junge Menschen für den Segelflug begeisterte. Auch die Tradition der Himmelfahrts-Flugtage wurde wiederbelebt und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil regionaler Veranstaltungen.

Doch 1976 folgte ein tiefer Einschnitt:
Im Zuge der zentralen Neustrukturierung des Segelflugs in der DDR wurde der Flugbetrieb in Laucha eingestellt. Das Gelände diente fortan einer LKW-Fahrschule der GST. Nur die Modellflieger hielten die fliegerische Tradition in dieser Zeit am Leben.

1976 - 1990

Stillstand und Umnutzung

Im Jahr 1976 wurde der fliegerische Betrieb auf dem Gelände Flugplatz Laucha‑Dorndorf offiziell eingestellt – im Zuge der zentralistischen Steuerung des Segelflugs in der DDR.
Anschließend erfolgte eine Umnutzung: Teile der Anlagen dienten einer LKW-Fahrschule der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) und die Hallen wurden teilweise übernommen für fahrtechnische Zwecke.

In jener Zeit blieben hauptsächlich die Modellflug- und Gleitschirm-/Drachenaktivitäten mehr oder weniger erlaubt, während der reguläre Luftsportbetrieb ruhte.
Die Infrastruktur verfiel zusehends, und das Gelände verlor einen Teil seiner früheren Bedeutung als aktiver Segelflugplatz.

1990 - 2000

Neuaufbruch nach der Wende

Mit dem politischen Umbruch und der Wiedervereinigung begann eine neue Ära für den Lauchaer Luftsport. Am 22. Februar 1990 wurde der Luftsportverein Laucha‑Dorndorf e.V. (LSV) gegründet, um die Traditionen des Segelflugs wieder aufleben zu lassen.

Das Gelände wandelte sich zu einem regionalen Luftsportzentrum im Burgenlandkreis: Der Flugplatz wurde als Sonderlandeplatz geführt.
Neben dem Segelflug etablierten sich nun auch Motor- und Ultraleichtflug, Gleitschirm- und Drachenfliegen sowie der Modellflug. Das Gelände wurde zu einer Heimat für vielseitige Luftsportaktivitäten.
Gleichzeitig begann ein Aufbau von Ausbildungseinrichtungen, Unterkunfts- und Gemeinschaftsräumen: Das alte Schulgebäude und weitere Hallen wurden saniert oder neu genutzt.

2000 - heute

Konsolidierung und vielfältiger Luftsport

Im 21. Jahrhundert hat sich der Flugplatz Laucha zunehmend als etabliertes Luftsportzentrum etabliert. Laut Stadtinformation ist das Gelände für Motorflieger, Segelflieger, Ultraleichtflieger, Gleitschirm- und Drachenflieger, Flugmodell- und sogar Ballonfahrer zugelassen.
Besondere Veranstaltungen wie die jährlich stattfindenden Flugtage (z. B. am Himmelfahrtswochenende) haben das Profil geschärft und Besucher aus der Region und darüber hinaus angezogen.
Zudem wächst die Kooperation mit Bildungseinrichtungen: So bietet das Burgenland‑Gymnasium Laucha seit 1996 Wahlpflichtfächer im Bereich Luft- und Raumfahrt an und nutzt das Gelände als Lern- und Erlebnisraum.

Im Rahmen dieser Entwicklung wurde das Gelände technisch und infrastrukturell modernisiert: Graspiste, Hangflugbereiche sowie Infrastruktur für Ultraleicht- und Motorflug wurden entsprechend ausgebaut und betrieben.
Damit hat sich der LSV Laucha-Dorndorf bis heute einen soliden Platz in der deutschen Luftsportszene erarbeitet – mit historischer Tiefe, regionaler Verwurzelung und zukunftsorientierter Ausrichtung.